Unser Kersch soll schenner wern


Nach mehr als 35 Jahren seit der letzten grösseren Renovierung nagt an unserer Kirche buchstäblich "der Zahn der Zeit".
Das zeigt sich besonders an den Aussenwänden, denn an etlichen Stellen platzt die Farbe ab und es gibt kleinere Risse.
Das war Anlass für die Kerwebosch, unserer Pfarrerin und dem Kirchenvorstand vorzuschlagen, die Fassade der Kirche neu zu streichen.
 

Und so wurden unter dem Motto "Unser Kersch soll schenner wern" verschiedene Vorarbeiten gestartet, unsere Kirche zu restaurieren.


Und mittlerweile können wir sagen:

     
Unser Kersch is schenner worn




Einweihungsgottesdienst am 09.06.2019
in der Evangelischen Kirche Goddelau.


Am Pfingstsonntag konnten wir nun also nicht nur die Bildung der ersten biblischen Gemeinde in Jerusalem feiern, sondern auch die Wiedereinweihung unserer wunderschönen Kirche - nachdem die Sanierung (fast) abgeschlossen ist.


Etliche Expertisen und Genehmigungen mussten im Vorfeld eingeholt werden und nicht zuletzt stand die Frage der Finanzierung im Raum. Ganz ausdrücklich richtet sich der Dank an dieser Stelle an die vielen Spender, die mit ihrer Großzügigkeit die Renovierung „ihrer Kirche“ erst möglich gemacht haben. Auch wenn die ev. Landeskirche ca. 80% der Gesamtkosten übernommen hat, waren es nicht zuletzt die vielen, vielen Menschen in und um Goddelau, die in großartiger Weise durch ihre  finanziellen Spenden, vielen Ideen und Aktionen diese ganze Sanierung erst ermöglicht haben.


So haben die Altkerweborsch mit einem Verkauf von alten Schindeln während des Kerwe-Umzugs einen größeren Betrag spenden können. Ebenso wurde die Idee von Küster Theo Toigo umgesetzt. Er hatte von der Dachdeckerfirma neue Schindeln beiseite stellen lassen, die gegen eine Spende individuell gestaltet werden konnten und danach auf dem Kirchendach verlegt wurden. Ebenfalls zu erwähnen sind zwei Ausstellungen der Goddelauer Künstlerinnen Brigitte Höllenriegel und Harika Schirmer sowie von Rosmarin Weniger und Dieter Jais, die den Verkaufserlös ihrer Bilder der Kirchengemeinde gespendet haben. Die Nieder-Ramstädter Alphornbläser unter der Leitung von Juliane Baucke luden zu einem  Konzert in die  Goddelauer Kirche zu Gunsten der Renovierung und  auch der Goddelauer Musikverein spendete den Erlös eines zu diesem Anlass veranstalteten Benefizkonzertes für die Kirchenrenovierung.


Die vielen Einzelspenden von Privatpersonen und Vereinen sind an dieser Stelle nicht alle aufzählbar, sie sind aber alle wichtige Beiträge für die Kirchengemeinde, den erforderlichen Eigenanteil der Kosten aufzubringen. Denn wenn auch die Arbeiten zum großen Teil beendet sind, so gibt es noch viele Rechnungen zu begleichen.


Als sich schon frühzeitig herausstellte, dass die Sanierungsmaßnahmen weit über die ursprünglichen Eimer Aussenfarbe hinausgehen werden, hatte uns die katholische Kirchengemeinde in Goddelau sofort und ganz unkompliziert die Benutzung ihres eigenen Gotteshaus angeboten.


Insbesondere für die Mitglieder des Bau- und Finanz-Ausschusses im Kirchenvorstand unserer Kirchengemeinde waren die letzten Jahre nicht immer einfach gewesen, aber schlussendlich konnten die immer wieder auftauchenden Herausforderungen gemeinsam gemeistert werden.



Sehr viele Menschen konnte Pfarrerin Helga Donat in der Kirche begrüßen, deren Arbeit und Engagement wir die Sanierung verdanken:


Neben unserem Architekten Herrn Volkwein und unserem Statiker Herrn Breckner waren stellvertretend für alle Ausführenden einige der Handwerker gekommen, die in den jeweiligen Gewerken wirklich große Herausforderungen gemeistert haben.


Die musikalische Gestaltung dieses Gottesdienstes übernahm unser Kirchenchor unter der Leitung von Christiane Schmidt und begeisterte mit vielen schönen Liedern.


Im Anschluss an den sehr schönen Gottesdienst waren alle Anwesenden herzlich eingeladen, bei einem kleinen Umtrunk, Häppchen und vielen interessanten Gesprächen, den Vormittag zu beschließen.  Und als Erinnerung an diesen Tag hatte der Kirchenvorstand Stofftaschen bedrucken lassen, die nun für eine kleine Spende von 3,- Euro verkauft wurden (ein paar Exemplare gibt es noch im Gemeindebüro).


Als besonderes Highlight präsentierte Architekt Jürgen Volkwein dann noch eine Auswahl von Gegenständen, die im Laufe der Renovierung gefunden wurden.


Da war zum einen der alte Sicherungskasten aus der Kirche, der nun als Aufbewahrungsort für die anderen Fundstücke dienen soll.
Dabei war auch ein Teil des Dachbalkens, der einer dendro-chronologischen Untersuchung unterzogen wurde. Diese Untersuchung zeigte, dass ein großer Teil des Gebälks noch original war, d.h. über 400 Jahre alt. Und dieses Ergebnis war auch der Grund dafür, dass man bei den Reparaturen versuchte, soviel wie nur irgendwie möglich von den Originalteilen zu erhalten.


Aber die Handwerker fanden auch Verschalungsbretter, die aufgrund der verwendeten Nägel auf ein Alter von mindestens 120 Jahren datiert werden konnten und natürlich auch jede Menge selbstgeschmiedeter Nägel, einige davon über 200 Jahre alt.


Und auch der Zweite Weltkrieg war nicht ganz spurlos an dem Kirchengebäude vorbeigegangen. Die Zimmerleute entdeckten eine ganze Reihe von Splittern einer Mörsergranate am Dach und Turmhelm, von denen der größte Teil auch dort belassen wurde.


Für viel Erheiterung sorgte der Fund einer Bierflasche im Glockenstuhl. Mit Unterstützung der Brauerei konnte Herr Volkwein herausfinden, dass die Flasche wohl aus dem Jahre 1968 stammen musste.


In den nächsten Wochen und Monaten geht es nun an die Renovierung der Kirchenmauer und auch der Kirchgarten, der in den letzten Jahren als Lagerplatz für die vielen Baumaterialien diente, soll bald wieder in neuem Glanz erscheinen.


 



aktueller Spendenstand:



Allen Spenderinnen
und Spendern
ganz  herzlichen Dank !!


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ev. Kirchengemeinde Goddelau
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